Freunde und Förderer des Nationaltheaters Mannheim

Site name

September 2018 - Samuel Koch

Begegnung 19.09.2018 mit Samuel Koch

Begegnung 19.09.2018
mit Samuel Koch

Ein sehr nachdenklich und fast akribisch formulierender  Samuel Koch stellte sich den Freunden im Gespräch mit Christian Holtzhauer vor. Sein Leben vor dem Unfall war gekennzeichnet durch extreme sportliche Aktivitäten (Hochleistungsturnen, Artistik). Die Reduktion auf Kommunikation durch Mimik stellt eine enorme Einschränkung dar hat ihn aber auch dazu gebracht, Sprache, Emotion und intellektuelle Herausforderungen neu und intensiv zu erfahren.

Der Weg zum Schauspiel war eher zufällig, die Ausbildung nach dem Unfall erforderte von ihm und den Beteiligten ein hohes Maß an Toleranz, um Vorbehalten von beiden Seiten abzubauen. Wichtig ist für ihn auch, dass das Publikum sein Auftreten nach initialer Neugier nach einiger Zeit als normal empfindet („Ich bin keine Orchidee“). Die Ensemblearbeit in Darmstadt ist für ihn sehr befriedigend, den Kontakt mit der Vielfalt der Beschäftigten empfindet er stimulierend. Die Rolle des Prinzen von Homburg war seine bisher größte Herausforderung. Sehr intensiv ist sein Auseinandersetzung mit dem Glauben. Nach vielen Zweifeln bezeichnet er sich jetzt als gläubigen Menschen. Samuel Koch führt ein voll ausgefülltes Leben, ist verheiratet und engagiert sich im sozialen und medizinischen Bereich. Zugute kommt ihm die aus der sportlichen Vergangenheit gebliebene Disziplin, die ihn aber, nach seinen eigenen Angaben, oft an die Grenze der Überforderung führt. Interessanterweise nennt er seine öffentlichen Auftritte „ Begegnungen“, womit der Bezug zum Abend wieder hergestellt war.