Freunde und Förderer des Nationaltheaters Mannheim

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Oktober 2018 - Jelena Kordic

Begegnung 17.10.2018 mit Jelena Kordic

Begegnung 17.10.2018
mit Jelena Kordic

An sich wollte sie Organistin werden.“Dabei wurde ich aber nicht gesehen“. Man glaubt der temperamentvollen, attraktiven Mezzosopranistin, dass der Wechsel in das Sängerfach zumindest teilweise dadurch bedingt war, dass sie ihre Persönlichkeit auf der Bühne deutlich besser zur Geltung bringt. „Das was ich bin das will ich singen“ ist ihr Credo.

Davon überzeugte sie mühelos die Gäste der von Opernintendant Puhlmann wie immer souverän moderierten Begegnung. Die „Initialzündung“, die in ihr die Liebe zur Oper weckte, war eine Fernsehübertragung einer Traviata Produktion mit Maria Callas, ihre erste Oper im Theater war Tristan und Isolde. Trotz fehlenden Bezugs zur Musik wurde sie von ihren Eltern stets vorbehaltlos unterstützt. Nach dem Verlassen ihrer Heimat war sie Mitglied des Jungen Ensembles der Semperoper in Dresden, darauf folgte ein Engagement an der Oper in Braunschweig. Die Frage nach Vorbildern wurde eindeutig mit dem Verweis auf Montserrat Caballe beantwortet, deren musikalische Ausdrucksfähigkeit sie bei eingeschränkter schauspielerischem Vermögen sehr bewundert. Auch für sie steht absolut die Stimme im Vordergrund. Im Augenblick besteht eine enge Verbindung zu Deborah Polaski, die die Mannheimer Zuschauer noch gut kennen. Das musikalische Programm begann mit der Arie der Leonore (La Favorita) gefolgt von einer spanischen Zarzuela als Reverenz an das Land Spanien, wo sie sich besonders wohl fühlt. Ihre Liebe zum Lied zeigte sich in der Wiedergabe von zwei Zigeunerliedern (Brahms), gefolgt von einem kroatischen Gute Nacht Lied. Anklänge an Marlene Dietrich erweckte die Zugabe „ ich bin von Kopf bis Fuß…“. Eine Premiere erlebte an diesem Abend der neue Studienleiter Gabor Bartinai. Noch etwas zurückhaltend präsentierte sich der Künstler, der in Budapest eine Ausbildung zum Korrepetitor durchlaufen hat und viele Jahre in dieser Funktion an der Wiener Staatsoper tätig war. Sein Schwerpunkt ist die Spätromantik und Richard Wagner. In seinem ersten Auftritt mit Jelena Cordic war schon die gute Harmonie zwischen Sängerin und Begleiter spürbar.