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Mai 2023 - Leonard Burkhardt und Omar Shaker

BEGEGNUNG MIT LEONARD BURKHARDT UND OMAR SHAKER
BEGEGNUNG MIT LEONARD BURKHARDT UND OMAR SHAKER
BEGEGNUNG MIT LEONARD BURKHARDT UND OMAR SHAKER - "DIE NÄCHSTE GENERATION" AM MITTWOCH, 31. Mai 2023, 20.00 UHR IM ALTEN KINO FRANKLIN

Die letzte „Begegnung“, die wieder das Schauspiel des NTM ausrichtete, stand ganz im Zeichen junger Talente. Und das sind sie wahrlich: Leonard Burkhardt und Omar Shaker. Der wieder ausgesprochen lehrreiche und interessante Abend, den Schauspielintendant Christian Holtzhauer im Alten Kino Franklin moderierte, hat mit einem Bekenntnis begonnen: Beide Schauspieler sind in Mannheim zu Hause, und mehr als das: Mannheim sei für sie ein „Glücksgriff“, sie schätzen die Direktheit der MannheimerInnen, ihre Authentizität, ja Mannheim sei „Berlin in klein“, so die jungen Schauspieler.

Beide kommen natürlich von Schauspielschulen: an der Münchener hat Burkhardt, an der Hannoveraner hat Shaker sich ausbilden lassen. Gemeinsam haben beide, dass sie bereits als Kinder zur Bühne wollten. Die Freiheit der Bühne sollte die Strenge des Vaters Shaker, der dann aber mit Stolz die Laufbahn seines Sohnes verfolgte, ausgleichen. Burkhardt wiederum kommt aus einer Schauspielerfamilie. Zwar wollte er nicht bewusst in die Fußstapfen seines Vaters treten, dass er aber Lust zum Schauspielern und großes Talent dazu obendrein hatte, muss doch wohl mit dem Beruf des Vaters zu tun haben. Dann sprechen beide von den Stücken, in denen sie am NTM zu sehen waren. Mit „Der gute Mensch von Sezuan“ wurde bekanntlich das Alte Kino Franklin als Schauspielstätte eröffnet. Dass es noch nicht fertig war – „nicht so schlimm“, findet Burkhardt, denn das Herzstück, der Bühnen- und Zuschauerraum funktionierte bereits. Welches war das forderndste Stück? „Wie man mit Toten spricht“, sagt Burkhardt. Vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs sich trauen, auch humorvoll zu sein – da waren doch in gewisser Weise Hemmschwellen zu überwinden.

Shaker mag kein Ranking aufstellen, alle Stücke, in denen er bisher spielte, „Woyzeck“ und „Frankenstein“, „Die Volksfeindin“ und „Casablanca“, waren, jedes auf seine Weise, eindrucksvolle Produktionen. Dann aber kommt er doch nicht umhin, einen Superlativ zu bilden: „Casablanca“ – die „bisher schönste“ Arbeit. Omar Shaker, das muss erwähnt werden, ist erst seit 2015 in Deutschland! Er hat in kurzer Zeit so gut Deutsch gelernt, obwohl er selbst das eigentlich für unmöglich gehalten hatte. Nun steht er mit großem Erfolg auf der Bühne. Den letzten Teil der „Begegnung“ bildete der Ausblick auf die Schillertage. Es wurde selten auf unterhaltsamere und humorvollere Art von Rollen (man beachte den Plural, und es sind einige!) erzählt, die die beiden im „Tell“ spielen. Übrigens: Sie werden damit ab 22. Juni auf der Seebühne zu sehen sein. Dass Burkhardt auch singen kann, stellte er in einer Zwischenmusik unter Beweis („Allein in einer großen Stadt“), Burkhardt und Shaker zeigen sich außerdem im Duett (ein Schweizer Lied, im Dialekt gesungen!) talentiert und Shaker hat außerdem noch mit einer Szene aus „Casablanca“ all diejenigen neugierig gemacht, die das Stück etwa noch nicht gesehen haben.

Text: Prof. Dr. Heidrun Deborah Kämper
Fotos: Thomas Henne

 

DIE BEGEGNUNG IN BILDERN